Probleme bei Paizo – Update

Mittlerweile haben sich einige Leute zu den Vorwürfen von Gestern geäußert.

Jeff Alvarez – der Chef von Paizo – hat in einem eher allgemein gehaltenen Post im Paizo Forum die Entlassung erwähnt und ist nochmals darauf eingegangen das die Firma selbst stark für Diversität steht. Auf Nachfrage hat er die direkten Vorwürfe gegen ihn, dass er abwertende Schimpfworte gegenüber homosexuellen Mitarbeitern verwendet hätte, von sich gewiesen. Als Unterstützung haben zwei weitere Mitarbeiter (Jim Butler VP of Marketing & Licensing und Sonja Morris Managing Art Director) im selben Thread seine Aussagen bestätigt.

Erik Mona, dem Jessica Price vorgeworfen hat zu unsensibel mit Nazi Material umzugehen, ist in einem ausführlichen Reddit Post darauf eingegangen.

Jason Bulmahn hat auf einem nicht öffentlichen Discord Stellung bezogen. Er wies die Anschuldigungen ebenfalls von sich, das aber fast nur nebenbei. Ins Zentrum seiner Aussage stellte er sein Bekenntnis dafür zu sorgen das sich Paizo ständig positiv weiter entwickelt.

Wie zu erwarten sind die Aussagen alle nicht zu 100% klar und auch nicht so einfach zu verifizieren.

Meine Meinung

Ich habe versucht hier Fakten von Interpretation zu trennen, möchte aber trotzdem versuchen eine eher persönliche Einschätzung der Situation abzugeben weil die paar Fakten nur ein Teil der Sicht darstellen.

Das Problem das Anschuldigungen von Fehlverhalten nicht ernst genommen werden ist recht alt. Es steht dann immer Aussage gegen Aussage und oftmals trauen sich viele Betroffene nicht sich zu äußern, weil sie Angst haben ihren Job zu verlieren oder als „schwierig“ zu gelten. Gerade Blizzard und Weinstein haben gezeigt das diese Vorwürfe eben recht umfangreiche Probleme aufzeigen können.

Im Gegensatz zu den oben genannten Fällen ist das was in dem Thread von Jessica Price aufgezeigt wurde aber nicht alles eindeutiges Fehlverhalten, vieles davon kann eben auch anders interpretiert werden und es geht um so viele verschiedene Themen (Aufhängen eines Bilds das man als problematisch ansieht oder die nicht ausreichende Reinigung von Büroräumen) das sich eben kein klares Bild ergibt.

Hinzu kommt das Jessica Price als tatsächlich „schwierig“ gilt, nicht weil sie sich für das Recht von Frauen oder Minderheiten einsetzt sondern weil sie es dabei übertreibt und gerne mal die Konfrontation sucht anstatt Lösungen. Weiterhin scheint sie ein Problem mit Pathfinder 2 zu haben und es hat sich gezeigt das einige Leute den Umstieg der Edition persönlich nehmen.

Eine Anmerkung zum vorherigen Absatz da er extrem missverständlich ist. Jessica Price hat sich in der Vergangenheit extrem um die Rechte der Frauen in der Rollenspiel- und Computerspielbranche verdient gemacht. Sie war oft unberechtigten Angriffen ausgesetzt und das da oben liest sich bei genauer Betrachtung wie genau so einer, das sollte er aber nicht sein.

Was ich aussagen wollte ist die Tatsache das Price in der Vergangenheit eben auch besonders hart auf durchaus sachliche Kritik reagiert hat, was bei den vielen Anfeindungen die ihr entgegen schlagen durchaus verständlich ist.

Der Verweis auf Pathfinder 2 bezieht sich auf einen Twitter “Rant” von ihr der mit einem “then realized there wasn’t enough booze in the world to justify spending more time in this trashfire and moved on” endet und zumindest zeigt das sie schon hier nicht mehr wirklich objektiv mit Paizo umgehen konnte.

Beides ist kein Angriff auf ihre Person sondern soll nur ihre Einstellung und Motivation klarer darstellen.

Anmerkung des Autors

Die beiden Posts der Mitarbeiter die Jeff Alvarez entlasten lesen sich glaubwürdig, allerdings kann das auch die Folge davon sein das man eben seinen Job behalten möchte.

Jason Bulmahms Aussage ist da schon eindeutiger, vor allem weil er die Verbesserung der Situation für alle ins Zentrum stellt.

Was Erik Mona angeht wird es noch eindeutiger. Der Vorwurf von Price das Theosophie grundsätzlich eine Philosphie der Nazis sei lässt sich so nicht halten. Auch der angesprochene Saint Germain ist eher obskur denn ein waschechter Nazi und es ist wohl eher die Vereinnahmung von Rudolf Steiner die hier das Problem ist. Der Vorwurf er hätte ein Hakenkreuz auf Facebook gepostet ist noch einfacher zu erklären, da das Hakenkreuz tatsächlich vormals ein Symbol des indischen Mystizismus war und in diesem Zusammenhang auch nicht problematisch ist. Er selbst hat es aber trotzdem als problematisch angesehen und schnellst möglich gelöscht.

Fazit

Paizo ist eine Firma mit vielen Menschen, was bedingt das dort auch Leute arbeiten die sich nicht immer so unter Kontrolle haben wie sie es sollte und es daher auch zu Problemen kommt. Als Firma haben sie sich aber sehr wohl für Diversität eingesetzt was man ihnen zu Gute halten muss.

Das größte Problem sehe ich tatsächlich darin das Alvarez nicht darauf eingegangen ist das er selbst an sich arbeiten muss, aber das ist EINE Person in der Firma und ich denke das auch hier das letzte Wort nicht gesprochen ist.

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